Das Leben ist zu kurz,
um unnötigen Ballast mit uns herumzuschleppen.

Was wir loslassen, kann uns nicht mehr festhalten.
Ernst Ferstl

Der Frühling ist eine wunderbare Zeit zum Loslassen und Neuanfangen. Um uns herum erwacht neues Leben und in unserem Inneren wächst Energie und Lebensfreude, Lust auf Veränderung und Leichtigkeit.

Diese Energie möchte ich nutzen, um auszumisten und mich von überflüssigen Dingen zu trennen. Möchte behalten, was wirklich wichtig ist und was mir weiterhilft – und loswerden, was nur unnötiger Ballast ist und mir den Blick auf das Wesentliche verstellt.

Tsh Oxenreider beschreibt den Sinn des Loslassens von überflüssigem Ballast so:

„Living with less gives birth to a wealthier life: more freedom to live in the moment, more love for fewer things, more energy to invest in the commitments where I’m truly dedicated, more savoring of the truly delectable.”

“Mit weniger zu leben wird zur Grundlage für ein reicheres Leben:
mehr Freiheit, um im Moment zu leben,
mehr Liebe für eine geringere Anzahl an Dingen,
mehr Energie für die Verpflichtungen, die mir wirklich wichtig sind,
mehr Genuss dessen, was mich wirklich erfreut.“

Umsetzung im Alltag

Mehr als genug Gründe, mit dem Ausmisten zu beginnen. Am liebsten würde ich manchmal das ganze Haus auf einmal auf den Kopf stellen, um in den Genuss der Leichtigkeit, Klarheit und Energie zu kommen, die durch die Reduktion auf das wirklich Nützliche und Schöne entsteht….

Praktisch schaffe ich es im vollen Alltag und noch dazu mit Kindern nicht einmal, ein einzelnes Zimmer komplett durchzugehen.

Deshalb versuche ich immer wieder, kleine Motivationsschübe und Zeitfenster zu nutzen: Ich wähle mir einen kleinen Bereich, der mich immer wieder nervt, miste ihn aus oder organisiere ihn neu und passe ihn meinen Bedürfnissen an.
Manchmal stelle ich einen Timer und schaue, was ich in 15 oder 30 Minuten schaffen kann.
Toll: Kleine Siege feiern und mich am Erreichten freuen. Und wenn es nur ein kurzes Innehalten ist, bei dem ich durchatme, lächele und mir gedanklich selbst auf die Schulter klopfe! Das gibt Energie für die nächste Aktion.

Tipps zum Loslassen

Das Ausmisten selbst macht mir wenig Spaß, und es fällt mir oft schwer, mich von Dingen zu trennen.
Bei der Entscheidung, ob eine Sache bleiben darf oder gehen sollte, helfen mir folgende Fragen:

Do I love it? Do I use it? Do I need it?

Kann ich wenigstens eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten? Dann darf es bleiben. Nein? Weg damit!

Seit einiger Zeit ergänze oder ersetze ich diese Fragen gerne durch eine weitere:

Does it spark Joy? (Bringt es mir Freude?)

Die Frage, ob etwas Freude entfacht, stammt aus Marie Kondos Buch „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert“. Seit ein paar Jahren gibt es im Internet einen großen Hype um die nach Marie Kondo benannte „Konmari-Methode“. Kondo empfiehlt unter anderem,  intuitiv ans Entrümpeln heranzugehen. Man nimmt dabei jeden Gegenstand einzeln in die Hand und fragt sich „Was fühle ich? Bringt mir dieser Gegenstand Freude?“

Dahinter steckt die Beobachtung, dass jedes Ding eine emotionale Wirkung auf uns hat und unsere Zufriedenheit und Lebensenergie positiv oder negativ beeinflusst.

Wir alle besitzen Dinge, die uns ein schlechtes Gefühl geben. Kleidung, die uns nicht passt, oder in der wir uns nicht wohl fühlen. Unbenutzte Geschenke. Ausrüstungen für Hobbies, die wir nicht betreiben oder Bücher, die wir nie lesen werden. Dinge, die wir nie benutzen, die wir aber aufheben, weil sie „noch wie neu“ sind, oder wir sie vielleicht irgendwann einmal brauchen könnten. Dinge, die negative Erinnerungen oder Schuldgefühle in uns wecken, die wir aber behalten, weil wir uns dazu verpflichtet fühlen.

All diese Dinge loszulassen, kann sehr befreiend wirken und ungeahnte Energien freisetzen. Es ist nicht leicht und auf jeden Fall ein längerer Prozess. Denn diese Art des Ausmistens zwingt uns, uns mit unserer Identität zu beschäftigen. Wir treffen Entscheidungen darüber, wofür wir in unserem Leben Zeit und Raum schaffen werden und setzen uns damit auseinander, wer wir sind und wer wir (nicht) sein werden.

Nicht leicht, aber lohnend! Das Leben ist zu kurz, um unnötigen Ballast mit uns herumzuschleppen!

Ich bin dann mal beim Ausmisten! 😉

PS: Was sind deine besten Tipps zum Ausmisten und Ballast loswerden?

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2018-12-05T14:48:21+00:00 By |Categories: Healthy Mind & Soul|Tags: , , |2 Comments

About the Author:

Susanne Hilzinger ist Gesundheitsberaterin und Women's Wellness Educator. Auf LebeHeute unterstützt sie Frauen dabei, ganzheitlich und gesund zu leben, damit sie in allen Lebensbereichen ihr volles Potential entfalten können.

2 Comments

  1. Kerstin 1. Juli 2017 at 10:06 am - Reply

    Liebe Susanne,

    ein klasse Artikel, den ich eben erst entdeckt habe. Vor allem im letzten Teil finde ich mich – leider 🙈 – wieder. Jetzt da ich mir aber dessen bewusst bin, kann ich mich – so denke ich zumindest aktuell – besser von den Sachen lösen. Vielen Dank für diese neu gewonnene Sicht.
    Lieber Gruß

    • Susanne 1. Juli 2017 at 12:31 pm - Reply

      Sehr gerne! Ich wünsche dir ganz viele gute Erfahrungen auf diesem Weg! 🙂

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