Einfach gesund essen

Sich “geeinfaches Gemüse xsund” zu ernähren kann schnell sehr kompliziert erscheinen.
Wir verirren uns im Dschungel der Details und fragen uns „Wieviel Prozent meiner aufgenommenen Kalorien sollten aus komplexen Kohlenhydraten bestehen?“ oder „Sind (un)gesättigte Fettsäuren gut oder schlecht?“.
Wir lassen uns von widersprüchlichen Medienmeldungen über die neuesten Erkenntnisse über bestimmte Lebensmittel, Nährstoffgruppen oder Ernährungsweisen so verunsichern, dass wir frustriert ganz aufgeben.
Oder wir werden zwanghaft in unseren Bemühungen um gesunde Ernährungs­gewohnheiten und verlieren dabei womöglich noch die Freude am Essen.

Einfacher wird es, wenn man die eigene Ernährung in kleinen Schritten verbessert und sich dabei an ein paar wenigen Richtlinien orientiert. Das Wissen um die vielen Details und ihre Umsetzung ist dann nur noch halb so wichtig. Oft kommt es auch mit der Zeit, wenn man die Kraft, Motivation und Energie dafür hat.

Für den Anfang empfehle ich diese fünf Richtlinien:

Bunt ist gesund

Damit sind sowohl die tatsächlichen Farben der Lebensmittel gemeint (keine künstlichen Farbstoffe!), als auch die Auswahl der Lebensmittel. Es geht darum, sich möglichst vielseitig und abwechslungsreich zu ernähren, denn dadurch wird das Risiko eines Nährstoffmangels deutlich verringert. Das bedeutet nicht, dass Du ab jetzt kompliziert mit möglichst vielen Zutaten kochen musst, sondern dass du über den Tag, die Wochen, Monate und Jahreszeiten hinweg möglichst viel Abwechslung auf den Speiseplan bringst. Wenn Du dabei noch darauf achtest, dass Du natürliche Lebensmittel in möglichst vielen verschiedenen Farben zu Dir nimmst, bekommst Du automatisch noch eine ganze Bandbreite an supergesunden sekundären Pflanzenstoffen ab.

So natürlich wie möglich

Ob Deine heimliche Testfrage im Hinterkopf nun lautet „Hätte meine Uroma das als Nahrungsmittel erkannt?“, „Hat das mal gelebt?“ oder „Stehen auf der Zutatenliste irgendwelche Dinge, die ich nicht kenne und noch nicht mal aussprechen kann?“ – Dein Ziel sollte es sein, immer mehr natürliche Lebensmittel zu essen, die möglichst wenig industriell verarbeitet wurden. Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten meist weniger hochwertige Nährstoffe, dafür aber mehr (minderwertige) Fette, Salz und Zucker, sowie oft zahlreiche Inhaltsstoffe, die fragwürdig oder schädlich für unsere Gesundheit sind.

Iss viel mehr Gemüse

Ja, richtig, wir sollen auch mehr Obst essen, aber da das Gemüse noch wichtiger ist, und uns Obst zu essen im Allgemeinen leichter fällt, habe ich hier bewusst die Betonung auf Gemüse gelegt. Wieviel? Es gibt Empfehlungen von 13 halben Tassen pro Tag über 5 handgroße Portionen am Tag (siehe die Kampagne der Deutschen Gesellschaft für Ernährung), bis zu der Empfehlung, jede Mahlzeit solle zur Hälfte (!) aus Gemüse bestehen. Ich denke, die meisten unter uns schaffen es nicht annähernd irgendeines dieser Ziele zu erreichen. Wichtig ist jedoch nicht, wie weit du noch vom Ziel entfernt bist, sondern, dass du dich stetig mit kleinen Schritten in die richtige Richtung bewegst!

Versuche, Dich 80-90% der Zeit „gut“ zu ernähren

Wer versucht, immer gesund zu essen, hat sein Versagen schon vorprogrammiert. Das führt zu Frust und schlechtem Gewissen, raubt dir Energie und lässt dich schlimmstenfalls ganz aufgeben. Denke vielmehr daran, dass jeder kleine Schritt in die richtige Richtung zählt und feiere deine Erfolge!

Iss mit Genuss

– und zwar alles, was du isst! Auch das Fast-Food und das dicke Stück Torte (wenn du es isst)! Jedes Gericht wird schon allein dadurch gesünder, dass du es langsam, mit Genuss und unter Einbeziehung möglichst aller Sinne verzehrst! Ist das nicht toll? Wenn du entspannt und mit Zeit isst, gut kaust, und mit deinen Sinnen alle Facetten des Essens bewusst wahrnimmst, werden die Prozesse der Verdauung und Nährstoffverwertung in deinem Körper ziemlich anders aussehen, als wenn du in Hektik etwas achtlos herunter schlingst!

In welchem Bereich könnte deine Ernährung einen Kick in Richtung Gesundheit gebrauchen?

Wie wäre es, wenn du dir zunächst eine von diesen Guidelines auswählst, und beginnst, in deinem Alltag konkret kleine Schritte in diese Richtung zu gehen?

Wenn dir gefällt, was du liest, dann teile es mit anderen!