Zurzeit kursieren im Internet viele Artikel, die vor dem Konsum von Kokosöl warnen.
„Darum ist Kokosöl schlimmer als Schweineschmalz“ schreibt die „Welt“ am 20.Juni.
„Wissenschaftler warnen: Kokosöl ist genauso ungesund wie Butter“ lautet ein Artikel im „Stern“ am 18. Juni. Weitere Online-Zeitungen und Blogs greifen die Meldungen auf – und zum Teil gleichen sich die Artikel fast wortwörtlich…

Ich selbst beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema Kokosöl, habe zahlreiche Bücher und Artikel über Kokosöl gelesen sowie Studienergebnisse verfolgt.

Interessant ist, dass in unregelmäßigen Abständen immer wieder versucht wird, Kokosöl, bzw. gesättigte Fettsäuren im Allgemeinen (aus denen Kokosöl hauptsächlich besteht) zu diffamieren. Dabei werden oft die gleichen Argumente wiederholt angebracht, ohne neuere/andere Studienergebnisse zu würdigen oder auch nur zu erwähnen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass massive wirtschaftliche Interessen die jeweiligen Argumentationen im Hintergrund beeinflussen.

Insofern sollte mich die aktuelle Kritik an Kokosöl eigentlich nicht wundern. Trotzdem ärgert mich die unkritische Berichterstattung und schlechte Recherche, welche Endverbraucher unnötig verunsichert.

Falls du dich auch gefragt hast, ob du nun Kokosöl immer noch bedenkenlos konsumieren kannst, dann bringen dir folgende Ausführungen hoffentlich etwas mehr Klarheit.

Worum geht es?

Grund für die aktuellen Meldungen ist eine kürzlich veröffentliche Studie und darauf basierende Empfehlungen der American Heart Association (AHA). Darin wird vor gesättigten Fettsäuren als Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewarnt. Kokosöl liege an der Spitze der ungesunden Fette, da es über 80 Prozent gesättigte Fettsäuren enthalte. Problematisch seien gesättigte Fettsäuren, weil sie im Verdacht stehen, das schädliche LDL-Cholesterin zu erhöhen und dadurch Herz und Gefäßen zu schaden.

Streit um gesättigte Fettsäuren

Der Streit um den Gesundheitswert von gesättigten Fettsäuren wird seit über 50 Jahren geführt. Die Hypothese, dass gesättigte Fettsäuren durch Erhöhung des Cholesterinspiegels zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, wurde in den 1950er Jahren durch den Ernährungsforscher Ancel Keys aufgestellt. Sie konnte jedoch nie wirklich bewiesen werden.

Die „neue“ Studie der American Heart Association, auf welcher die aktuellen Warnungen vor Kokosöl beruhen, enthält keinerlei neue Forschungen oder Erkenntnisse. Sie ist lediglich eine selektive Meta-Analyse sehr weniger alter Studien aus den 1950er Jahren. Sowohl das Vorgehen als auch die Neutralität der American Heart Association sind zweifelhaft.

Ein erhöhter Cholesterinwert als Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird inzwischen von Wissenschaftlern in Frage gestellt und andere Faktoren rücken stärker in den Vordergrund der Forschungen.

Verschiedene aktuelle Meta-Studien kommen zu dem Schluss, dass gesättigte Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht erhöhen!

Darüber hinaus bestätigen Forscher, die speziell Kokosöl und seine Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersuchten, dass Kokosöl in der Ernährung nicht zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Es wurden auch keine anderen schädlichen Auswirkungen nachgewiesen.

Vorteile von Kokosöl in der Ernährung

Kokosöl punktet durch mittelkettige gesättigte Fettsäuren

Kokosöl besteht zu 65% aus mittelkettigen gesättigten Fettsäuren. Sie werden völlig anders verstoffwechselt als die langkettigen gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren der meisten anderen Fette und Öle.
Mittelkettige Fettsäuren haben folgende Vorteile:

  • Sie sind sehr leicht verdaulich und können vom Körper ohne Umwege zur schnellen Bereitstellung von Energie genutzt werden.
  • Der Körper lagert sie – im Gegensatz zu den meisten anderen Fetten – nicht gerne in Fettdepots ein. Wer also weitere Fettpolster vermeiden möchte, ist gut damit beraten, Kokosöl in seine Ernährung zu integrieren!
  • Sie wirken gegen bestimmte Viren und Bakterien und Pilze.

Interessant: Kokosöl und Muttermilch
Kokosöl besteht zu rund 50% aus Laurinsäure. Laurinsäure wirkt antimikrobiell und hilft dem Körper im Kampf gegen viele Arten von Viren und Bakterien. Laurinsäure kommt in der Natur in größeren Mengen nur in Muttermilch vor. Sie schützt das noch kaum ausgebildete Immunsystem des Babys vor vielen Keimen.
Die in menschlicher Muttermilch enthaltenen Fette bestehen übrigens zu 50% aus gesättigten Fettsäuren. Wer würde es wagen, zu behaupten, Muttermilch sei ein suboptimales oder gar schädliches Nahrungsmittel? Könnte es nicht vielmehr so sein, dass wir von der Qualität und Zusammensetzung der Muttermilch etwas über eine optimale Fettversorgung des Menschen lernen können?

Kokosöl als Beitrag zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zum einen wirkt sich die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure positiv auf die Produktion des „guten“ HDL-Cholesterins aus, das die Gefäße vor Fettablagerungen schützen und damit einer Gefäßverkalkung vorbeugen kann.

Zum anderen vermuten Forscher, dass Herpes- und andere Viren eine Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose spielen. Ironischerweise würde dann gerade Kokosöl präventiv wirken, da Laurinsäure nachgewiesenermaßen genau die in Frage kommenden Viren hemmen kann!eine Kokosnuß

Fazit

Es spricht nichts dagegen, Kokosöl und seine vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften auch weiterhin als Teil einer ausgewogenen Ernährung zu genießen – am besten in kaltgepresster Bio-Qualität.

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst, findest du hier eine ausführliche Version dieses Artikels mit mehr Details und relevanten Quellenangaben.

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